Herzlichen Glückwunsch…

allen gestern Gefirmten!!!

Eure Begleiter:

Andreas

Silvia

Josef

Kirche und Gesellschaft. Wer öffnet sich wem?

Thesenpapier für die Diskussion am 19.05.2009

I. Kirche ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit

Einige Beispiele:

· Priesteramt (Keine Ehe, keine Frauen, keine Erfahrung)
· Sexualität (Lust- und Leibfeindlichkeit)
· Wahrheitsanspruch (Konfliktpotential)
· Hemmung von Wissenschaft und Fortschritt durch moralische Bedenken (Stammzellforschung)

Frage sollte immer lauten: Warum ist Kirche eigentlich nicht bereit, sich da grundsätzlich zu öffnen? Was steckt dahinter?

Beispiel Sexualität: Sex als nettes Freizeitvergnügen widerspricht der kirchlichen Vorstellung nicht, weil Kirche etwas gegen Freizeitvergnügen hätte, sondern weil sie der Ansicht ist, dass der Mensch damit seine Bestimmung als Person verfehlt.

Wie kommt sie denn darauf?

1. Gott hat eine einzigartige Würde.
2. Der Mensch ist nach Gottes Vorstellung geschaffen.
3. Gott ist als Beziehung dreier Personen Urbild von Person als Beziehung von Körper, Geist und Seele.
4. Menschen sind als Geschöpfe Gottes ebensolche Personen und haben daher ebenso eine einzigartige Würde, die Gott auf uns Menschen übertragen hat (dignitas aliena, Würde des Anderen als Geschenk; der barmherzige Vater schenkt sein Gewand, seinen Ring und seine Schuhe und gibt dem verlorenen Sohn damit eine Würde, die er aus sich selbst heraus nicht hat!).
5. Der Würde einer Person wie dem Menschen werde ich nur dann gerecht, wenn ich mit meinem Handeln alle Ebenen seiner Personalität berücksichtige (Körper, Geist und Seele).

Was folgt daraus?

Daraus folgt, dass Sexualität immer die vollständige Hingabe an den Partner umfasst – mit Körper, Geist und Seele.
Daher ist auch nicht Sex vor der Ehe das eigentliche Problem, sondern Sex, der an Bedingungen gebunden ist, bei dem also keine vollständige Hingabe an den Partner erfolgt. Zur Sexualität des Menschen gehört eben nicht nur der körperliche Akt („Sex“), sondern auch die geistige und seelische Einstellung, die man „Liebe“ nennt. Dazu gehört dann auch die Bereitschaft, das mögliche Resultat, die Konsequenz des Geschlechtsaktes zu tragen, nämlich ein Kind anzunehmen, das als Frucht dieser Hingabe entstehen kann. Und dass diese Hingabe am besten innerhalb der Ehe geschieht, das ist dann wohl logisch.

Ich will mit dir schlafen, aber sonst nichts mit dir zu tun haben, das ist eine Haltung, die sehr weit in der Gesellschaft verbreitet ist, die aber die Kirche aus den genannten Aspekten ihres Menschenbildes heraus nicht teilen bzw. gutheißen kann. Noch einmal: Nicht weil sie Menschen damit ärgern will, sondern weil sie meint, dass sich der Mensch damit Ärger erspart, nämlich den größeren „Ärger“ darüber, nicht als Person, sondern nur als Gebrauchsobjekt angesehen worden zu sein.

II. Soll Kirche auf der Höhe der Zeit sein?

Wenn Kirche den Anspruch hat, Gottes Offenbarung in Christus in der Welt und für die Welt zu bewahren, bis Christus einst wiederkommt und das Werk vollendet, dann steht dahinter, dass man etwas zu vertreten hat, das gerade nicht von der jeweils herrschenden Mehrheit abhängt und dann eben auch aneckt sowie Jesus auch angeeckt ist.

Auf keinen Fall sollte Kirche sich öffnen, um Menschen zu gewinnen. Das funktioniert auch nicht. Menschen wollen von der Kirche ein spirituelles Angebot. Sie wollen dort das finden, was sie im Olympiastadion, beim Rockkonzert und im Kino gerade nicht finden.

Aber: Kirche ist nicht nur in der Welt, sondern auch für die Welt. Das bedeutet, dass ihr die Menschen auch nicht völlig egal sein dürfen. Das ist eine Erkenntnis, die in gewisser Weise wiederentdeckt wurde, nämlich in den 1960er Jahren. Die Öffnung zur Welt im II. Vatikanischen Konzil hat dazu beigetragen, das Verhältnis der Kirche zur Gesellschaft, zur Politik, zur Welt und auch das Verhältnis zu anderen Religionen neu zu bestimmen.

III. Auch die Gesellschaft sollte sich der Kirche öffnen

Die Tendenz ist eher umgekehrt: Seit 200 Jahren gibt es einen Graben zwischen Kirche und Gesellschaft. 1800 Jahre vorher gab es den nicht. Ich meine, ein Gottesstaat nach iranischem Vorbild ist nicht die Lösung, aber die krampfhafte Trennung von Religion und Politik auch nicht, zumal beide aufeinander verwiesen sind, in ihrer Konstitution (für die Kirche: communio), aber auch in ihrer Praxis (für die Kirche: caritas). Kirche ist öffentlich, allgemein, gemeinschaftsorientiert und damit politisch (man denke an den großen Einfluss der Katholischen Soziallehre im Zusammenhang mit der Aufrichtung der bundesdeutschen Wirtschaftsordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, der „sozialen Marktwirtschaft“), Politik basiert auf Werten und Überzeugungen, die aus der Religion, bei uns aus der jüdisch-christlichen Tradition kommen. Viele Juristen (Böckenförde), Philosophen (Habermas) und auch viele Politiker weisen immer wieder darauf hin. Darum muss Gesellschaft offen bleiben für Religion, und der Staat sollte sich mehr der Kirche öffnen.

(Josef)

Sakramente: Zeichen Gottes

1. Was sind Zeichen?

Zeichen sind Bedeutungsträger einer verbalen (Buchstaben) oder non-verbalen Kommunikationsform (Gesten), mit denen wir uns verständigen (z. B. Schriftzeichen, Handzeichen, Verkehrszeichen). Manchmal deuten Zeichen auch auf etwas hin, das real existiert, sie stehen für etwas (z. B. das Kreuz, das auf das Christentum und die Kirche verweist). Dann nennt man diese Zeichen auch Symbole (vom griech. sym-bolein: „zusammen-werfen“).

Zeichen gibt es auch in der katholischen Liturgie. Eine ganze Menge sogar. Das beginnt mit dem Kreuzzeichen, mit dem wir eine Messe oder überhaupt einen Gottesdienst beginnen. Innerhalb der Messfeier gibt es zahlreiche andere Zeichen, die manchmal unausgesprochen vollzogen werden, manchmal wird aber auch explizit darauf hingewiesen, dass nun ein Zeichen kommt. „Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung!“ Dann folgt meistens ein Händedruck oder auch eine Umarmung oder ein Kuss oder in Asien, wo man es nicht so mit Körperkontakt hat, folgt eine Verneigung.

Zeichen verweisen uns darauf, dass die Zeichenhandlung mal eine ganz konkrete Handlung war. Viele unserer Zeichen haben ihren Ursprung im Mittelalter. Wenn Menschen früher zeigen wollten, dass sie in friedlicher Absicht erschienen sind, hielten sie die rechte Hand auf und streckten sie dem Anderen entgegen, um ihm zu zeigen, dass sie ohne Waffe gekommen sind. Daraus entstand unser Händedruck, der sich als Geste der Begrüßung eingebürgert hat und auch beim Friedensgruß in der Messfeier als Zeichenhandlung eine Rolle spielt.

2. Was sind Sakramente?

Besondere Zeichenhandlungen, die in dieser Weise an reale Ereignisse in der Heilgeschichte, im Leben Jesu erinnern sollen, gibt es auch in der Kirche. Diese nennt man Sakramente. Sakramente sind heilige Zeichenhandlungen. Es gibt sieben Sakramente: die Taufe, die Eucharistie, die Beichte, die Firmung, die Ehe, die Priesterweihe und die Krankensalbung, sieben Zeichen Gottes. Sakramente sind also Zeichen der Liebe und Gegenwart Gottes. Gott kommt uns ganz nah in diesen Zeichen.

Sakramente sind Geschenke Gottes, die die Kirche sorgsam verwalten muss. Sie muss also darauf achten, dass nur derjenige oder diejenige in den Genuss dieser Geschenke kommt, der sich in einer gewissen Weise ihrer würdig erweist, indem er oder sie darauf vorbereitet ist.

Sakramente entfalten eine dreifache Heilsdimension, nämlich eine vergangenheitsbezogene, eine gegenwartsbezogene und eine zukunftsbezogene. Die Kirche erinnert durch die Sakramente an deren Einsetzung (Vergangenheit), sie tut es hier und jetzt (Gegenwart) und sie tut es, damit sich der Empfänger des Sakraments künftig vom Sakrament gestärkt weiß, die Nähe Gottes spürt und auch selbst sich bemüht, Gott nahe zu bleiben (Zukunft).

Drei Beispiele:
1.) Taufe. Die Erinnerung an die Taufe Jesu im Jordan wird im aktuellen Vollzug der Taufe mit Wirkung für die Zukunft lebendig.
2.) Eucharistie. Die Erinnerung an das Letzte Abendmahl wird im Vollzug der Messfeier mit Wirkung für die Zukunft aktualisiert. Das ist eine lebendige Erinnerung.
3.) Firmung. Bei der Firmung geht es um die Erinnerung an das Pfingstereignis und an die Stärkung durch den Heiligen Geist für die Zukunft des Firmlings in der Kirche. Letztlich geht es dabei immer um die Stärkung auf dem Weg in die Vollendung, wo wir dann keine Zeichen der Nähe Gottes mehr brauchen, weil wir Gott selbst nahe sind.

Es geht also bei den Zeichen Gottes, den Sakramenten, darum, etwas in uns wach zu rufen. Das sind nicht nur Informationen, die von Gott über die Kirche an den Gläubigen herangetragen werden, sondern es sind Handlungen, die den Gläubigen die Nähe Gottes erkennen und spüren lassen. Das ist ein Unterschied. Wenn man geküsst wird, dann hat das sicher auch einen Informationsgehalt. „Ach, so. Du liebst mich also. Und der Kuss zeigt mir, dass es so ist. Gut.“ Dabei bleibt es aber nicht stehen. Der Kuss ist mehr als eine Bewegung mit den Lippen. Es verweist uns als Zeichenhandlung auf die tiefe Realität der Liebe. Der Kuss ruft im anderen Menschen Gefühle der Liebe wach. Den oder die Andere erreicht die Liebe über das Zeichen des Kusses. Sie kommt bei ihm oder ihr wirklich an. Viel stärker jedenfalls als wenn ich etwa „nur“ sagen würde: „Ich liebe Dich.“

Gott ist für uns eine unsichtbare Wirklichkeit, die uns in sichtbaren Zeichen begegnet. Das Sakrament der Liebe Gottes schlechthin, das Ur-Sakrament gewissermaßen ist Jesus Christus. Gott hat niemand jemals gesehen (Joh 1, 18), doch er offenbart sich uns in seinem Sohn Jesus Christus, das ultimative Zeichen der Liebe Gottes.

3. Die „Zeichensprache Jesu“ und der Blick auf das Sakrament der Firmung

Das Zeichen Gottes, Jesus, benutzt seinerseits Zeichen. Besonders dann, wenn er Kranke heilt, Schwache stärkt und Ausgestoßene wieder in die Gemeinschaft zurückführt, dann passiert das häufig vermittels einer Berührung (vgl. Mt 8, 14-15; Mt 9, 27-31; Mk 1, 40-45).

Auch beim Sakrament der Firmung spielt die Berührung eine Rolle. Das Handauflegen, die Salbung mit dem Chrisam und die Besiegelung mit dem Kreuzzeichen sind besondere Berührungen, die uns als Zeichenhandlungen die Nähe Gottes spüren lassen.

Fassen wir die wichtigsten Punkte zusammen:
1.) Firmung soll an Jesu Leben erinnern, Gottes Liebe vergegenwärtigen, Mut machen für das künftige Glaubensleben. Wichtig ist dabei (als „Fortschritt“ zur Taufe) die Eigenständigkeit: Die Familie und die Gemeinde ist zwar Orte des Glaubenslebens, aber der persönliche Glaube ist entscheidend. Daher wird vor der Firmung auch noch einmal von jedem Einzelnen ein Bekenntnis zum Glauben an Gott, an Jesus Christus, an den Heiligen Geist und an die Kirche verlangt.
2.) Der Heilige Geist, der auf den Firmling herabkommt, wird spürbar durch Zeichen und Gesten, durch die der Bischof dem Firmling die Nähe Gottes vermittelt, für die man sich aber zunächst selbst öffnen muss.
3.) Derart im Glauben bestärkt, können sich die Gefirmten von ihrem Vorbild, dessen Namen sie angenommen haben, leiten lassen und der Kirche dienen bzw. in und mit ihr den Menschen.

Euer Josef

25. Stunde: Heilige als Vorbilder im Glauben

Die tiefe Bedeutung der Heiligen liegt darin, dass mit dem lebendigen Glauben der Toten der tote Glaube der Lebenden erneuert wird.

Josef Bordat

24. Stunde: Das Kirchenjahr

Im Kirchenjahr (annus ecclesiasticus oder annus liturgicus) feiern wir die wichtigsten Geheimnisse unseres Glaubens, die mit dem Leben Jesu Christi in Verbindung stehen. Deswegen spricht man auch vom „Herrenjahr“. Es handelt sich dabei um eine festgelegte Abfolge von Festen, die uns an die Heilsgeschichte erinnern sollen, an den großen Plan Gottes, in den wir mit unserem Leben eingewoben sind. Durch die speziellen Gottesdienste mit den entsprechenden Lesungstexten soll für uns als Gemeinschaft der Nachfolger Christi das Leben Jesu nachvollziehbar werden.

Wenn man ganz kurz etwas über einen Menschen sagen möchte, dann kann man sagen, wann und wie wurde er geboren wurde, was dann so aus ihm wurde und wann und wie er gestorben ist. Die Leitfrage lautet dann: Was waren die Höhepunkte seines Lebens und Wirkens? Das machen wir mit Jesus Christus genauso.

Das katholische Kirchenjahr besteht nämlich im Wesentlichen aus zwei Festkreisen, der Weihnachtszeit (da geht es um die Geburt und die Taufe Jesu) und der Osterzeit (da geht es um Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu). Das sind die Höhepunkte des Lebens Christi. Und wir sehen schon, dass dieser Jesus ein besonderer Mensch war, dessen Biographie das Übliche, ja sogar das Vorstellbare sprengt. Das macht ihn für uns zum Sohn Gottes und entsprechend betonen wir dieses besondere, göttliche Moment auch ganz besonders, indem wir es ganz besonders feiern. Absoluter Höhepunkt ist die Osternacht, denn die Auferstehung ist das zentrale Ereignis. Ohne Auferstehung gäbe es kein Christentum, ohne Auferstehung säßen wir jetzt hier nicht zusammen.

Jeder dieser Festkreise (Weihnachten, Ostern) hat eine Vorbereitungszeit, eine Festzeit und eine Freudenzeit. Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten nennt man Advent, die Vorbereitungszeit auf Ostern nennt man Fasten- oder Bußzeit.

Im Advent warten wir auf die Ankunft des Herrn. Vier Wochen lang besinnen wir uns auf die Geburt Christi. Früher war diese Zeit auch eine Fasten- und Bußzeit, heute ist es für viele wohl eher eine Zeit der Vorfreude als eine wirkliche spirituelle Vorbereitung. Weihnachten ist das bekannteste christliche Fest überhaupt, nicht das wichtigste, das ist – wie gesagt – Ostern, ganz klar, aber Weihnachten ist weiter verbreitet. Es wird mittlerweile auch dort gefeiert, wo es sonst keine oder kaum christliche Traditionen gibt, etwa in Japan und China. Weihnachten ist im katholischen Kalender immer am 25. Dezember. In Rom wird seit 330 am 25. Dezember Weihnachten gefeiert. Der Grund für dieses Datum ist die Wintersonnenwende, die immer so um den 20. Dezember erfolgt. Der Gedanke ist dabei der, dass die Inkarnation des Sohnes Gottes die Wende vom Tod zum Leben, von der Finsternis zum Licht einleitet.

Dann geht es im Weihnachtsfestkreis weiter – ich bleibe mal bei den Herrenfesten: Wer geboren wird, hat eine Familie und dieser Heiligen Familie (Maria, Josef, Jesus) gedenkt die Kirche am Sonntag nach Weihnachten oder am 30. Dezember. Wer geboren wird, kriegt auch Besuch, der kommt am 6. Januar in Gestalt der Heiligen Drei Könige (Erscheinung des Herrn). Nächste Station: Taufe, von der Kirche gefeiert am Sonntag nach dem 6. Januar. Damit endet der Weihnachtsfestkreis. Früher gehörte noch das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel dazu (2. Februar; „Mariä Lichtmess“).

Dann kommt der Karneval. Am Aschermittwoch ist aber nicht alles vorbei, sondern es fängt etwas an, nämlich die Vorbereitung auf Ostern. 40 Tage Fasten- oder Bußzeit. Die letzten beiden Wochen dieser Fasten- oder Bußzeit nennt man auch Passionszeit. In dieser Passionszeit gedenkt die Kirche der letzten Tage im Leben Jesu, Einzug nach Jerusalem (Palmsonntag), letztes Abendmahl (Gründonnerstag), Kreuzigung (Karfreitag), Grabesruhe (Karsamstag). Dann kommt mit der Osternacht der Höhepunkt des Kirchenjahres. Wir feiern die Mitte unseres Glaubens, wir feiern den auferstandenen Jesus. Wir feiern ihn genauso lange, wie wir vorher gefastet haben, 40 Tage lang, bis zum Fest Christi Himmelfahrt, das deswegen immer auf einen Donnerstag fällt.

So, dann ist er weg. Möchte man meinen. Aber er lässt uns etwas von sich da, nämlich den Heiligen Geist. Und den feiern wir an Pfingsten, genau 50 Tage nach Ostern. Pfingsten ist zugleich der Geburtstag der Kirche. Auch ein sehr wichtiges Fest.

Weihnachten, Ostern, Pfingsten – diese drei Feste kennen auch die evangelischen Christen. Dann aber feiern wir Katholiken eines unserer Sakramente, nämlich die Eucharistie, an einem besonderen Tag, Fronleichnam. Ein sehr buntes und sehr volkstümliches Fest, mit Prozessionen, meist bei schönem Sommerwetter. In Berlin regelmäßig auf dem Bebelplatz vor der St. Hedwigs-Kathedrale.

Zwischen dem Weihnachts- und Osterfestkreis gibt es viele weitere Feste: Herrenfeste (etwa der 25. März, die Verkündigung des Herrn, genau neun Monate vor Weihnachten, als Erinnerung an die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria, der 14. September, das Fest Kreuzerhöhung oder auch der letzte Sonntag im Kirchenjahr, das Christkönigsfest, wo wir Christus als den vollendeten Weltenrichter feiern, bevor es dann wieder losgeht mit dem ersten Advent).

Aber auch viele Marienfeste, die für uns Katholiken eine besondere Bedeutung haben, liegen über das Jahr verteilt. Zum einen begehen wir im Mai und Oktober Marienmonate, in denen besonders das Rosenkranzgebet gepflegt werden soll. Die wichtigsten Marienfeste sind der 1. Januar (Hochfest der Gottesmutter Maria), der 15. August (Mariä Himmelfahrt) und der 8. Dezember (Mariä Empfängnis, das Fest der ohne Erbsünde empfangenen – nicht empfangenden! – Maria; auf diese Reinheit – nicht etwa auf die biologische Konstitution – bezieht sich auch die Bezeichnung „Jungfrau“).

Ja, und dann gibt es noch viele Heilige zu feiern, etwa die Apostel, besonders Petrus und Paulus (29. Juni), aber auch Josef, der Mann Mariens (19. März), Johannes der Täufer (24. Juni), der Verkünder des Herrn, oder auch Martin (11. November) oder – ganz bekannt – Nikolaus (6. Dezember). Jeder Kontinent, jedes Land, jede Stadt hat einen Schutzpatron und jede Kirche hat ebenfalls ein Patronat. Heute haben wir z. B. Konrad von Parzham gedacht in unserer St. Konrad-Kirche. Und weil das so viele sind, so viele Heilige, gibt es noch das Fest Allerheiligen am 1. November.

Das als ganz kurzer Überblick über das Kirchenjahr.

Euer Josef

Die Passion Christi

nach der „Gute Nachricht“-Übersetzung (Markus-Evangelium, Kap. 14 und 15)

Dramatisierung: Josef Bordat

Personen:

SPRECHER 1: Nicole
SPRECHER 2: Annika
JESUS: Sandra
PETRUS: Jessika
JUDAS: Frederico
PILATUS: Alex
DIE JÜNGER: Lisa, Annemarie, Martin
DIE PRIESTER UND GESETZESLEHRER: Lars, Steve, Christopher
EINE DIENERIN: Meryem
DAS VOLK (ALLE, AUßER JESUS)

***

SPRECHER 1
Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und dem Fest der Ungesäuerten Brote. Die führenden Priester und die Gesetzeslehrer suchten nach einer Möglichkeit, Jesus heimlich zu verhaften und umzubringen.

DIE PRIESTER UND GESETZESLEHRER
»Auf keinen Fall darf es während des Festes geschehen, sonst gibt es einen Aufruhr im Volk.«

SPRECHER 1
Jesus war in Betanien bei Simon, dem Aussätzigen, zu Gast. Während des Essens kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fläschchen mit reinem, kostbarem Nardenöl. Das öffnete sie und goss Jesus das Öl über den Kopf. Einige der Anwesenden waren empört darüber.

DIE JÜNGER
»Was soll diese Verschwendung? Dieses Öl hätte man für mehr als dreihundert Silberstücke verkaufen und das Geld den Armen geben können!«

JESUS
»Lasst sie in Ruhe! Warum bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan. Arme wird es immer bei euch geben und ihr könnt ihnen helfen, sooft ihr wollt. Aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch. Sie hat getan, was sie jetzt noch tun konnte: Sie hat meinen Körper im Voraus für das Begräbnis gesalbt. Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.«

SPRECHER 1
Darauf ging Judas Iskariot, einer aus dem Kreis der Zwölf, zu den führenden Priestern, um ihnen Jesus in die Hände zu spielen. Sie freuten sich darüber und versprachen ihm Geld. Von da an suchte Judas eine günstige Gelegenheit, Jesus zu verraten.

SPRECHER 2
Es kam der erste Tag der Festwoche, während der ungesäuertes Brot gegessen wird, der Tag, an dem die Passalämmer geschlachtet werden.

JÜNGER
»Wo sollen wir für dich das Passamahl vorbereiten?«

JESUS
»Geht in die Stadt! Dort werdet ihr einen Mann treffen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm, bis er in ein Haus hineingeht, und sagt dem Hausherrn dort: Unser Lehrer lässt fragen: Welchen Raum kannst du mir zur Verfügung stellen, dass ich dort mit meinen Jüngern das Passamahl feiere? Dann wird er euch ein großes Zimmer im Obergeschoss zeigen, das mit Polstern ausgestattet und schon zur Feier hergerichtet ist. Dort bereitet alles für uns vor.«

SPRECHER 2
Die beiden gingen in die Stadt. Sie fanden alles so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passamahl vor.

SPRECHER 1
Als es Abend geworden war, kam Jesus mit den Zwölf dorthin. Sie aßen gemeinsam das Passamahl.

JESUS
»Ich versichere euch: Einer von euch wird mich verraten – einer, der jetzt mit mir isst.«

JÜNGER
»Du meinst doch nicht mich?«

JÜNGER
»Oder mich?«

JÜNGER
»Mich etwa?«

JESUS
»Einer von euch zwölf wird es tun; einer, der sein Brot mit mir in dieselbe Schüssel taucht. Der Menschensohn muss zwar sterben, wie es in den Heiligen Schriften angekündigt ist. Aber wehe dem Menschen, der den Menschensohn verrät! Er wäre besser nie geboren worden!«

SPRECHER 1
Nach dem Essen sangen sie die Dankpsalmen und gingen hinaus zum Ölberg.

JESUS
»Ihr werdet alle an mir irrewerden, denn es heißt: Ich werde den Hirten töten und die Schafe werden auseinander laufen. Aber wenn ich vom Tod auferweckt worden bin, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.«

PETRUS
»Selbst wenn alle andern an dir irrewerden – ich nicht!«

JESUS
»Ich versichere dir: Heute, in dieser Nacht, bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.«

PETRUS
»Und wenn ich mit dir sterben müsste, ich werde dich ganz bestimmt nicht verleugnen!«

SPRECHER 1
Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsemani hieß.

JESUS
»Bleibt hier sitzen, während ich beten gehe! Petrus, Jakobus, Johannes – begleitet mich bitte. Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende. Bleibt hier und wacht!«

SPRECHER 1
Dann ging er noch ein paar Schritte weiter und warf sich auf die Erde. Er betete zu Gott, dass er ihm, wenn es möglich wäre, diese schwere Stunde erspare.

JESUS
»Vater, alles ist dir möglich! Erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen! Aber es soll geschehen, was du willst, nicht was ich will.«

SPRECHER 1
Dann kehrte er zu den Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren.

JESUS
»Simon, du schläfst? Konntest du nicht eine einzige Stunde wach bleiben? Bleibt wach und betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt. Der Geist in euch ist willig, aber eure menschliche Natur ist schwach.«

SPRECHER 1
Noch einmal ging Jesus weg und betete mit den gleichen Worten wie vorher. Als er zurückkam, schliefen sie wieder. Die Augen waren ihnen zugefallen, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.

JESUS
»Schlaft ihr denn immer noch und ruht euch aus? Genug jetzt, die Stunde ist da! Jetzt wird der Menschensohn an die Menschen, die Sünder, ausgeliefert. Steht auf, wir wollen gehen; er ist schon da, der mich verrät.«

SPRECHER 1
Noch während Jesus das sagte, kam Judas, einer der Zwölf, mit einem Trupp von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren. Sie waren von den führenden Priestern, den Gesetzeslehrern und den Ratsältesten geschickt worden. Der Verräter hatte mit ihnen ein Erkennungszeichen ausgemacht.

JUDAS
»Wem ich einen Begrüßungskuss gebe, der ist es. Den nehmt fest und führt ihn unter Bewachung ab!«

SPRECHER 1
Judas ging sogleich auf Jesus zu, begrüßte ihn mit »Rabbi!« und küsste ihn so, dass alle es sehen konnten. Da packten sie Jesus und nahmen ihn fest.

JESUS
»Warum rückt ihr hier mit Schwertern und Knüppeln an, um mich gefangen zu nehmen? Bin ich denn ein Verbrecher? Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte die Menschen, da habt ihr mich nicht festgenommen. Aber was in den Heiligen Schriften angekündigt wurde, muss in Erfüllung gehen.«

SPRECHER 1
Da verließen ihn alle seine Jünger und flohen.

SPRECHER 2
Sie brachten Jesus zum Obersten Priester. Dort versammelten sich alle führenden Priester und alle Ratsältesten und Gesetzeslehrer. Petrus folgte Jesus in weitem Abstand und kam bis in den Innenhof des Palastes. Dort saß er bei den Dienern und wärmte sich am Feuer. Die führenden Priester und der ganze Rat versuchten, Jesus durch Zeugenaussagen zu belasten, damit sie ihn zum Tod verurteilen könnten; aber es gelang ihnen nicht. Es sagten zwar viele falsche Zeugen gegen Jesus aus, aber ihre Aussagen stimmten nicht überein. Da stand der Oberste Priester auf, trat in die Mitte und stellte Jesus zur Rede.

DIE PRIESTER UND GESETZESLEHRER
»Hast du nichts zu sagen zu dem, was diese beiden gegen dich vorbringen?«

SPRECHER 2
Aber Jesus schwieg und sagte kein Wort.

DIE PRIESTER UND GESETZESLEHRER
»Bist du Christus, der versprochene Retter, der Sohn Gottes?«

JESUS
»Ich bin es, und ihr werdet den Menschensohn sehen, wie er an der rechten Seite des Allmächtigen sitzt und mit den Wolken des Himmels kommt!«

DIE PRIESTER UND GESETZESLEHRER
»Was brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt es selbst gehört, wie er Gott beleidigt hat. Wie lautet euer Urteil?«

SPRECHER 1
Einstimmig erklärten sie, er habe den Tod verdient. Einige begannen, Jesus anzuspucken. Sie warfen ihm ein Tuch über den Kopf, sodass er nichts sehen konnte; dann schlugen sie ihn mit Fäusten und sagten: »Wer war es? Du bist doch ein Prophet!« Dann nahmen ihn die Gerichtspolizisten vor und gaben ihm Ohrfeigen.

SPRECHER 2
Petrus war noch immer unten im Hof. Eine Dienerin des Obersten Priesters kam vorbei. Als sie Petrus am Feuer bemerkte, sah sie ihn genauer an.

EINE DIENERIN
»Du warst doch auch mit dem Jesus aus Nazaret zusammen!«

PETRUS
»Ich habe keine Ahnung; ich weiß überhaupt nicht, wovon du redest!«

SPRECHER 1
Ein Hahn kräht.

EINE DIENERIN
»Der gehört auch zu ihnen!«

PETRUS
»Nein!«

EINE DIENERIN
»Natürlich gehörst du zu denen, du bist doch auch aus Galiläa!«

PETRUS
»Gott soll mich strafen, wenn ich lüge! Ich kenne den Mann nicht, von dem ihr redet.«

SPRECHER 2
In diesem Augenblick krähte der Hahn zum zweiten Mal, und Petrus erinnerte sich daran, dass Jesus zu ihm gesagt hatte: »Bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.« Da fing er an zu weinen.

SPRECHER 1
Früh am Morgen schließlich trafen die führenden Priester zusammen mit den Ratsältesten und Gesetzeslehrern – also der ganze jüdische Rat – die Entscheidung: Sie ließen Jesus fesseln, führten ihn ab und übergaben ihn dem Statthalter Pilatus.

PILATUS
»Bist du der König der Juden?«

JESUS
»Du sagst es«

SPRECHER 1
Die führenden Priester brachten viele Beschuldigungen gegen ihn vor.

PILATUS
»Willst du dich nicht verteidigen? Du hast ja gehört, was sie dir alles vorwerfen.«

SPRECHER 1
Aber Jesus sagte kein einziges Wort. Darüber war Pilatus erstaunt.

SPRECHER 2
Es war üblich, dass Pilatus zum Passafest einen Gefangenen begnadigte, den das Volk bestimmen durfte. Damals war gerade ein gewisser Barabbas im Gefängnis, zusammen mit anderen, die während eines Aufruhrs einen Mord begangen hatten. Die Volksmenge zog also zu Pilatus und bat für Barabbas um die übliche Begnadigung.

PILATUS
»Soll ich euch nicht den König der Juden freigeben?«

SPRECHER 2
Die führenden Priester redeten auf die Leute ein, sie sollten fordern, dass er ihnen lieber Barabbas freigebe. Da versuchte es Pilatus noch einmal.

PILATUS
»Was soll ich dann mit dem anderen machen, den ihr den König der Juden nennt? Was wollt ihr?«

DAS VOLK (ALLE, AUßER JESUS)
»Kreuzigen!«

PILATUS
»Was hat er denn verbrochen?«

DAS VOLK (ALLE, AUßER JESUS)
»Kreuzigen!«

SPRECHER 2
Um die Menge zufrieden zu stellen, ließ Pilatus ihnen Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus mit der Geißel auszupeitschen und zu kreuzigen.

SPRECHER 1
Die Soldaten brachten Jesus in den Innenhof des Palastes, der dem Statthalter als Amtssitz diente, und riefen die ganze Mannschaft zusammen. Sie hängten ihm einen purpurfarbenen Mantel um, flochten eine Krone aus Dornenzweigen und setzten sie ihm auf. Dann fingen sie an, ihn zu grüßen: »Hoch lebe der König der Juden!« Sie schlugen ihn mit einem Stock auf den Kopf, spuckten ihn an, knieten vor ihm nieder und huldigten ihm wie einem König. Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel wieder ab, zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an und führten ihn hinaus, um ihn ans Kreuz zu nageln.

SPRECHER 2
Sie brachten Jesus an die Stelle, die Golgota heißt, das bedeutet übersetzt »Schädelplatz«. Dort wollten sie ihm Wein mit einem betäubenden Zusatz zu trinken geben; aber Jesus nahm nichts davon. Sie nagelten ihn ans Kreuz und verteilten dann untereinander seine Kleider. Durch das Los bestimmten sie, was jeder bekommen sollte. Es war neun Uhr morgens, als sie ihn kreuzigten. Als Grund für seine Hinrichtung hatte man auf ein Schild geschrieben: »Der König der Juden!« Zugleich mit Jesus kreuzigten sie zwei Verbrecher, einen links und einen rechts von ihm. Die Priester und Gesetzeslehrer verhöhnten Jesus.

DIE PRIESTER UND GESETZESLEHRER
»Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen! Wenn er der versprochene Retter ist, der König von Israel, dann soll er doch jetzt vom Kreuz herunterkommen! Wenn wir das sehen, werden wir ihm glauben.«

SPRECHER 2
Auch die beiden, die mit ihm gekreuzigt waren, beschimpften ihn.

SPRECHER 1
Um zwölf Uhr mittags verfinsterte sich der Himmel über dem ganzen Land. Das dauerte bis um drei Uhr. Gegen drei Uhr schrie Jesus laut auf.

JESUS
»Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«

SPRECHER 1
Dann starb Jesus.

Pause.

SPRECHER 2
Da zerriss der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel von oben bis unten. Der römische Hauptmann aber, der dem Kreuz gegenüberstand und miterlebte, wie Jesus aufschrie und starb, sagte: »Dieser Mensch war wirklich Gottes Sohn!« Auch einige Frauen waren da, die alles aus der Ferne beobachteten, unter ihnen Maria aus Magdala und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren und von Joses, sowie Salome. Schon während seines Wirkens in Galiläa waren sie Jesus gefolgt und hatten für ihn gesorgt. Außer ihnen waren noch viele andere Frauen da, die mit Jesus nach Jerusalem gekommen waren.

SPRECHER 1
Weil es ein Freitag war, der Vorbereitungstag für den Sabbat, und weil es schon Abend wurde, wagte Josef von Arimathäa, zu Pilatus zu gehen und ihn um den Leichnam von Jesus zu bitten. Josef war ein hoch geachtetes Ratsmitglied und einer von denen, die auch darauf warteten, dass Gott seine Herrschaft aufrichte. Pilatus war erstaunt zu hören, dass Jesus schon gestorben sei. Er ließ sich daher von dem Hauptmann Bericht erstatten und fragte ihn, ob es sich so verhalte. Als der Hauptmann es ihm bestätigte, überließ er Josef den Leichnam. Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch. Dann legte er ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war, und rollte einen Stein vor den Grabeingang. Maria aus Magdala und Maria, die Mutter von Joses, sahen sich genau an, wo Jesus bestattet worden war.

Ende.

Jugendmesse am Misereor-Fastensonntag

Am 29.3. gestaltet die Firmgruppe die Hl. Messe zum Misereor-Fastensonntag.

Dazu folgender Artikel:

Gottes Schöpfung bewahren. Misereor-Fastenaktion im Zeichen des Klimawandels

„Die Natur ist ein Geschenk Gottes. Wir Menschen sind nicht da, um sie zu zerstören, sondern wir müssen sie erhalten.“ Dieses Zitat stammt von Alfredo Manimba, der als Bauer auf den Philippinen lebt. Es ziert den Rücken des diesjährigen Misereor-Magazins zur Fastenaktion.

Seit einem halben Jahrhundert kümmert sich das katholische Hilfswerk Misereor um Entwicklungsprojekte in den ärmeren Regionen der Welt. Mit „Zorn und Zärtlichkeit“ kämpfen Frauen und Männer dafür, dass den Armen Gerechtigkeit geschenkt wird – und keine Almosen. Dennoch braucht es für die Projekte Geld. Das Geld wird hauptsächlich in der Fastenzeit gesammelt, im Rahmen einer thematischen Aktion, für die jedes Jahr Prominente ihre bekannten Gesichter hergeben.

In diesem Jahr lautet das Motto „Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können“. Im Mittelpunkt stehen dabei die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur – und damit auf die Lebensgrundlage der Menschen. Am Beispiel Haiti wird die Dramatik deutlich: Durch Wirbelstürme und Starkregenfälle sind 90% der Ackerfläche von Erosion betroffen. Dadurch entstand in den letzten Jahren ein Verlust von Millionen Tonnen fruchtbarer Erde. Es ist diese Dramatik, die Misereor auf den Klimawandel schauen lässt.

Neben dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Münchener Rück Stiftung und dem Institut für Gesellschaftspolitik an der Hochschule der Jesuiten in München ist Misereor am Projekt „Klimawandel und Gerechtigkeit“ beteiligt, das Strategien entwickelt, Klimaschutz und Armutsbekämpfung zu verbinden. Nachdem lange Zeit argumentiert wurde, die Kosten für den Klimaschutz gingen zulasten der wirtschaftlichen Entwicklung und verstärkten damit die Armut, findet unter Ökonomen derzeit ein Umdenken statt, weil man mittlerweile einerseits weiß, dass Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren immer häufiger als Folge des Klimawandels auftreten, andererseits die Kosten-Nutzen-Relation beim Klimaschutz dadurch, dass nicht nur einige Tier- und Pflanzenarten leiden, sondern Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern betroffen sind, viel günstiger erscheint. Anders gesagt: Da die Kosten des Klimawandels durch Ernteausfälle und die Zerstörung von Nutzflächen sowie von werthaltigen Kulturgütern stetig steigen, erscheinen die Vermeidungskosten immer mehr Experten hinnehmbar. Das PIK berechnete, dass zur Verhinderung einer Erderwärmung um 2 Grad Celsius, die dramatische Auswirkungen hätte, weniger als ein Prozent des weltweiten Wirtschaftswachstums aufgewendet werden müsste, wodurch sich das Wachstum im 21. Jahrhundert nur um wenige Monate verzögere.

In der Pflicht stehen dabei zunächst die heutigen Industrienationen, die mit ihren Emissionen die Atmosphäre in den letzten zwei Jahrhunderten erheblich belastet haben. Diese Belastung muss künftig teuer werden, damit sich Innovationen im Bereich von Energie- und Verkehrstechnik lohnen. Der Emissionshandel weist hier den richtigen Weg. Doch an diesem System müssen sich alle beteiligen, damit die Rechnung aufgeht. Das ist nicht zuletzt ein Gebot der Solidarität gegenüber den Entwicklungsländern, die an der Verursachung des Problems weit unterdurchschnittlich beteiligt sind, dessen Folgen aber weit überdurchschnittlich zu spüren bekommen.

Klimaschutz ist nicht zuletzt eine Frage der Gerechtigkeit. Darauf will Misereor aufmerksam machen. Die Partnerorganisation rechnen unterdessen vor, dass sich Klimaschutz auch wirtschaftlich lohnt und entwickeln Vermeidungs- und Anpassungsstrategien. Handeln müssen wir alle. In der Fastenzeit bietet sich der Verzicht auf unnötige Autofahrten ebenso an wie eine Überprüfung der häuslichen Energiebilanz. Und natürlich eine Spende an Misereor.

(Josef Bordat, aus: RP – Opinio)

Der begeisterte Mensch

Der begeisterte Mensch ist der mit Geist erfüllte Mensch.

Friedrich Schorlemmer (*1944, Theologe)

18. Stunde: Gemeinschaftsspiel

Wir spielen das Astronautenspiel, an dem sich (normalerweise…) die Vorteile der Gruppenarbeit gegenüber den Entscheidungen eines Einzelnen zeigen. Dass das bei uns nicht (in jedem Fall) deutlich wurde, lag wohl an der relativ kurzen Diskussionszeit.

(J. B.)

17. Stunde: Gemeinde und Gemeinschaft

Silvia vertieft das Thema Gemeinde und Gemeinschaft anhand praktischer Beispiele.

J. B.